Rückblick auf das VR Business Club Reality Connect Meeting mit CMC Engineers

Am Dienstag, den 27. Januar 2026, fand von 11:00 bis 12:00 Uhr das Online Event VR Business Club Reality Connect statt. Rund 30 aktive Teilnehmende aus unterschiedlichen Industriebereichen folgten der Einladung, um sich intensiv mit dem Thema Simulation und Machine Learning in der Industrie auseinanderzusetzen.

Unter dem Leitthema Simulation first zeigte Julian Hermle von CMC Engineers eindrucksvoll, warum die Zukunft autonomer Technik nicht allein in Daten und Algorithmen liegt, sondern in realistischen und interaktiven Simulationen. Unterstützt wurde er dabei von Max Hirlinger.

Im Fokus stand die Frage, wie autonome Systeme, Robotik und KI effizient entwickelt und getestet werden können. Klassische Offline Simulationen stoßen hier schnell an Grenzen, da sie wenig flexibel, kaum interaktiv und nur eingeschränkt skalierbar sind. Game Engines eröffnen einen neuen Ansatz, indem sie physikalisch korrekte Echtzeit Simulation, visuelle Sensorik und Machine Learning in einer gemeinsamen Umgebung vereinen. Virtuelle Testfelder entstehen, in denen Maschinen lernen können und Innovation messbar wird.

Ein kurzer Blick in die Geschichte der Robotik spannte den Bogen von Unimate, dem ersten Industrieroboter bei Ford im Jahr 1961, bis hin zu aktuellen humanoiden Robotern wie Atlas oder Figure. Besonders deutlich wurde dabei, wie anspruchsvoll reale Einsatzszenarien sind. Rutschige Böden, Schnee oder unvorhersehbare Umgebungen stellen autonome Systeme weiterhin vor große Herausforderungen.

Ein zentraler Teil des Vortrags widmete sich dem Einsatz von Unity 3D als Plattform für industrielle Simulation und Machine Learning. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen bietet Unity einen niedrigschwelligen Einstieg. ML Agents ermöglichen das Training autonomer Systeme direkt in der Simulation. Vorteile sind die große Entwickler Community, die einfache Programmiersprache C# sowie die Möglichkeit, Anwendungen plattformübergreifend umzusetzen.

Anhand konkreter Praxisbeispiele wurde der Nutzen greifbar. Vorgestellt wurden unter anderem Simulationen von Lidar Sensoren und fahrerlosen Transportsystemen mit Hardware in the Loop, die Erzeugung synthetischer Trainingsdaten für Paketerfassung, energieoptimiertes Verhalten von Erntemaschinen sowie Forschungsprojekte zum Greifen von Objekten in Schüttgut an der TU München.

Technisch beleuchtet wurden 3D Szenarien, Physik Engines, virtuelle Sensorik wie Lidar und Computer Vision sowie Belohnungs und Bestrafungssysteme für Reinforcement Learning. Ein Ausblick zeigte zudem Open USD als möglichen zukünftigen Standard für den Austausch komplexer Simulationsdaten.

Zum Abschluss wurde der Unity Industry Day am 5. März in Hülben angekündigt. Dort erwarten die Teilnehmenden weitere Einblicke in virtuelle Sensorik, Physik Simulation und ML Agents.

Das VR Business Club Reality Connect mit CMC Engineers machte deutlich, dass Simulation first mehr ist als ein Trend. Es ist eine neue Denkweise, die industrielle Entwicklung schneller, sicherer und nachhaltiger macht.