Rückblick: VR Business Club Reality Connect mit 

Peter Schopf

Di. 5. Mai | 11:00 – 12:00 | Online

Viele Unternehmen experimentieren mit Generativer KI. Wenige führen sie strukturiert ein. Genau hier setzte der Reality Connect Talk mit Peter Schopf an.

Im Zentrum stand eine klare Verschiebung der Perspektive: Weg von einzelnen Tools und Prompts, hin zu einer systematischen Verankerung von KI in Organisation, Prozessen und Entscheidungsstrukturen.


Vom Prompt zum Agenten

Peter Schopf stellte ein praxiserprobtes Stufenmodell vor, das Unternehmen entlang einer klaren Entwicklungslinie führt:

  • Strategisches Prompting als Ausgangspunkt
  • Spezialisierte KI-Assistenten für konkrete Aufgaben
  • Agentic Workflows zur Integration in Prozesse
  • Autonome Agenten als skalierbare Zielstruktur

Entscheidend dabei: Der Mehrwert entsteht nicht durch Technologie allein, sondern durch die Art, wie sie eingebettet wird.


Operativ vs. strategisch: Der eigentliche Hebel

Ein zentrales Spannungsfeld der Diskussion lag in der Unterscheidung zwischen operativer und strategischer KI-Nutzung.

Operative Anwendungen automatisieren Aufgaben und schaffen Effizienz.
Strategische Anwendungen greifen tiefer. Sie unterstützen komplexe Entscheidungen, strukturieren Denken und wirken direkt auf Führungsebene.

Gerade hier entsteht laut Schopf der größte Hebel:
Zeitersparnisse von bis zu 20 Prozent bei hochqualifizierten Rollen, verbunden mit besserer Entscheidungsqualität.


Warum Erfahrung wichtiger ist als Technik

Ein weiterer Kernpunkt: Erfolgreiche KI-Nutzung hängt weniger von technischem Know-how ab als von der Fähigkeit, Kontext zu geben.

Erfahrene Mitarbeiter erzielen bessere Ergebnisse als Digital Natives, weil sie:

  • komplexe Zusammenhänge einordnen können
  • präzisere Fragestellungen formulieren
  • relevanten Kontext liefern

KI funktioniert in diesem Sinne nicht als Ersatz, sondern als Verstärker vorhandener Kompetenz.


KI als Organisationsfrage

Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich, wie Unternehmen Generative KI erfolgreich einführen:

  • klare Zieldefinition entlang des „Warum“
  • schrittweise Integration in bestehende Prozesse
  • Fokus auf Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Vermeidung von isolierten Pilotprojekten ohne Anschlussfähigkeit

Ein Beispiel aus der Praxis zeigte, wie im Beschwerdemanagement durch KI eine Effizienzsteigerung von rund 50 Prozent erreicht wurde.


Ausblick: Leadership-Assistenten und Avatare

Zum Abschluss öffnete sich der Blick nach vorn.

Im Fokus stehen künftig:

  • KI-gestützte Leadership-Assistenten
  • vertrauenswürdige Avatare in virtuellen Umgebungen
  • Organisationsmodelle, in denen KI als struktureller Bestandteil mitarbeitet

Ein entsprechendes EU-Horizon-Projekt befindet sich in Vorbereitung.


Einordnung

Der Talk hat eine klare Linie sichtbar gemacht:
Generative KI wird sich nicht über Tools durchsetzen, sondern über Struktur.

Unternehmen, die früh beginnen, strategisches Prompting und agentische Systeme aufzubauen, verschieben nicht nur Effizienz, sondern die Art, wie Entscheidungen getroffen werden.